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Investition in eine DC-Schnellladestation für Unternehmen: der Entscheidungsratgeber

Von:Bemis E-V Charge11. Juli 20268 Min. Lesezeit

„Sollte ich in meinem Betrieb eine DC-Schnellladestation aufstellen?“ — diese Frage steht längst nicht mehr nur bei großen Ladebetreibern auf der Tagesordnung, sondern auch bei Einkaufszentren, Hotels, Restaurants, Supermärkten, Parkhausbetreibern und kleinen Flottenbesitzern. Dieser Ratgeber führt die Entscheidung auf drei Grundfragen zurück: Was bringt diese Investition meinem Betrieb? Welche Leistungsklasse passt zu mir? Wie bringe ich den Prozess voran? Statt feste Preise oder Amortisationsversprechen zu geben, stellen wir in einfacher Sprache den Rahmen bereit, den Sie für eine gute Entscheidung brauchen.

Warum jetzt: Was bringt eine Ladestation Ihrem Betrieb?

Die Zahl der Elektroautos wächst Jahr für Jahr, und ihre Fahrerinnen und Fahrer beziehen die Lademöglichkeit immer stärker in die Wahl ihres Ziels ein. Auf der Betriebsseite entspricht dem ein doppelter, konkreter Wert: Anziehungskraft und Verweildauer. Ein Einkaufszentrum, ein Restaurant oder ein Hotel mit Lademöglichkeit ist in den Augen einer Elektroautofahrerin einen Schritt voraus gegenüber dem Wettbewerber mit demselben Angebot; und die Zeit, in der das Auto lädt, ist zugleich die im Haus verbrachte Zeit — die sich häufig in Umsatz verwandelt.

Dennoch muss die Erwartung richtig gesetzt werden: Eine Ladestation ist nicht in jedem Betrieb für sich allein ein Gewinnbringer. Der richtige Aufbau besteht darin, die Station entweder als Teil des Kundenerlebnisses oder als messbaren zusätzlichen Ertragsposten zu positionieren; diese beiden Modelle behandeln wir weiter unten gesondert. In der Entscheidungsphase lautet die gesunde Frage nicht „sind Ladestationen gerade in Mode?“, sondern „wie lange bleibt meine Kundschaft hier, und ist diese Zeit für das Laden sinnvoll?“

AC oder DC? Die Antwort liegt in der Aufenthaltsdauer

Der technische Unterschied zwischen AC- und DC-Laden lässt sich für Betriebsinhaber in einem Satz zusammenfassen: Beim AC-Laden ist das Tempo durch den Wandler im Auto begrenzt (meist 7,4-22 kW); beim DC-Laden findet die Wandlung in der Station statt, deshalb gelangt weit mehr Leistung ins Auto und in derselben Zeit ein Vielfaches an Energie. Deshalb sollte die Entscheidung nicht beim Gerätekatalog beginnen, sondern bei der Aufenthaltsdauer Ihrer Kundschaft.

  • Aufenthalt kürzer als 30 Minuten (ein Punkt zum kurzen Halt): erst 80 kW und mehr bieten in dieser Zeit eine sinnvolle Ladung.
  • Aufenthalt von 30-90 Minuten (Restaurant, Supermarkt, Rundgang im Einkaufszentrum): DC 40-80 kW ist der ideale Bereich — bis die Kundschaft ihr Anliegen erledigt hat, nimmt das Auto beachtlich Ladung auf.
  • Aufenthalt länger als 2 Stunden oder Übernachtung (Hotel, Büro, Abonnentenparkplatz): AC 22 kW genügt in den meisten Szenarien; DC ist hier eine Ergänzung für eilige Bedarfsfälle.

Kurz gesagt ist das DC-Schnellladen das Mittel für den Betrieb, der sagt: „Meine Kundschaft bleibt kurz, aber das Auto soll beim Losfahren voll sein.“ Wo lange Aufenthalte überwiegen, ist dagegen eine gemischte Anlage mit AC-Schwerpunkt und DC-Unterstützung meist die ausgewogenere Investition.

Leistungswahl: 40, 80 und 120+ kW — für welchen Betrieb?

Achten Sie bei der Wahl der Leistungsklasse auf drei Größen: die typische Aufenthaltsdauer der Kundschaft, den Durchlauf von Elektroautos auf dem Parkplatz und die Leistung, die Ihre vorhandene Elektroinfrastruktur tragen kann. Die folgende Tabelle ist ein praktischer Ausgangspunkt für gängige Betriebsarten.

Empfohlene DC-Leistungsklasse nach Betriebsart
BetriebsartTypische AufenthaltsdauerEmpfohlene LeistungWarum
Einkaufszentrum1-3 StundenDC 40-80 kWIn die Einkaufszeit passt eine deutliche Ladung; ein Gerät mit 80 kW und zwei Anschlüssen lädt zwei Autos gleichzeitig
HotelEinige Stunden - ÜbernachtungDC 40 kW + AC-UnterstützungFür übernachtende Gäste genügt AC; für kurze Besuche und Restaurantgäste macht DC den Unterschied
Restaurant / Café30-90 MinutenDC 40 kWEine sinnvolle Ladung, die in die Essenszeit passt; an den meisten Standorten genügt ein Anschluss
Supermarkt30-60 MinutenDC 40-80 kWSelbst beim kurzen Einkauf eine beachtliche Ladung; bei hohem Durchlauf lohnen zwei Anschlüsse
Parkhausbetrieb1 Stunde - ganzer TagGemischt: AC + DC 40-80 kWDC für kurzes Parken, AC für Abonnenten und langes Parken; skaliert mit der Nachfrage
Kleine FahrzeugflotteZwischenladung im TagesverlaufDC 40-200 kWNachts volle Ladung mit AC, tagsüber schnelle Zwischenladung mit DC hält das Fahrzeug im Einsatz

Die Klasse ab 120 kW gehört zu Autobahnkorridoren, öffentlichen Stationen mit hohem Durchlauf und intensiven gewerblichen Flottenszenarien. Für die meisten Betriebe ist es die vernünftige Strategie, mit 40 oder 80 kW zu beginnen und nach den echten Nutzungsdaten zu skalieren; eine OCPP-basierte Verwaltung macht es leicht, später ergänzte Einheiten unter demselben System zusammenzufassen.

Elektroinfrastruktur: die Vorprüfung vor der Investition

DC-Schnellladestationen arbeiten mit einem dreiphasigen Netzanschluss, und die Leistung der Station wird unmittelbar aus der Anschlussleistung Ihres Betriebs gedeckt. Deshalb ist vor der Bestellung eine einzige Frage zu beantworten: Trägt meine vorhandene Elektroinfrastruktur diese zusätzliche Last?

  • Anschluss- bzw. Vertragsleistung: Wird die Grenze überschritten, wenn der höchste bisherige Verbrauch des Betriebs und die Leistung der Station zusammenkommen?
  • Transformator und Hauptverteilung: Reicht die Kapazität für die zusätzliche Last, und gibt es in der Verteilung einen für die Station vorgesehenen Abgang mit passenden Schutzorganen?
  • Verkabelung: die Entfernung und die Kabeltrasse zwischen Verteilung und Standort der Station; je länger die Strecke, desto höher Kosten und Verluste.
  • Standort: Wählen Sie eine Parkfläche, die zum Rangieren passt und an der das Kabel bequem erreichbar ist; Stationen mit außentauglichem Gehäuse lassen sich auf einem offenen Parkplatz aufstellen.

Alle diese Prüfungen sind mit einer Elektroingenieurin oder einem für Elektroprojekte zugelassenen Fachbetrieb durchzuführen. Der Prozess beginnt mit einer Begehung; ergibt sie, dass es nötig ist, kommen auch eine Erhöhung der Anschlussleistung oder eine Erneuerung der Verteilung in den Investitionsplan. Weil die Infrastrukturseite unabhängig von der Gerätewahl von Standort zu Standort verschieden ist, ist ein auf der Begehung beruhendes Angebot weit gesünder als ein fertiges Einheitsangebot.

Betriebsmodell: kostenloser Service oder kostenpflichtiges Laden?

Wie Sie die Station betreiben, beeinflusst auch die Wahl von Gerät und Software. Es gibt drei gängige Modelle:

  • Kostenloser Kundenservice: Das Laden wird als Teil des Parkangebots oder des Kundenerlebnisses angeboten; das Ziel ist nicht der unmittelbare Ertrag, sondern Anziehungskraft und Verweildauer. Mit einer Autorisierung per RFID-Karte oder mobiler App können Sie den Service auf Ihre eigene Kundschaft beschränken.
  • Kostenpflichtiges Laden: Abgerechnet wird pro Nutzung. Dafür sind eine OCPP-fähige Station und eine daran angebundene Lademanagement-Software nötig; Sitzungsaufzeichnungen, Preisgestaltung, Auswertung und Fernverwaltung laufen über diese Software.
  • Gemischtes Modell: für die eigene Kundschaft kostenlos oder vergünstigt, für Nutzerinnen und Nutzer von außerhalb kostenpflichtig. Die Autorisierung per RFID und App macht diese Unterscheidung technisch möglich.

Die Lizenz- und Rechtsseite eines kostenpflichtigen öffentlichen Ladeangebots liegt außerhalb dieses Ratgebers; wir empfehlen, sich bei der Festlegung Ihres Betriebsmodells an die zuständigen Behörden und an fachkundige Beraterinnen und Berater zu wenden. Technisch ist die Regel dagegen klar: Besteht die Möglichkeit, später abzurechnen, so beseitigt die Wahl einer OCPP-fähigen Station schon heute die Umstellungskosten.

Der Installationsprozess Schritt für Schritt

  • 1. Begehung: Aufstellort, vorhandene Elektroinfrastruktur und Leistungsbedarf werden vor Ort geprüft; Leistungsklasse und Standort stehen danach fest.
  • 2. Planung und Genehmigungen: Eine zugelassene Elektrofachkraft erstellt das Elektroprojekt; ist eine Erhöhung der Anschlussleistung nötig, werden die Anträge in dieser Phase gestellt.
  • 3. Vorbereitung der Infrastruktur: Kabelkanal und -trasse, Abgang und Schutzorgane in der Verteilung sowie das Fundament der Station werden vorbereitet.
  • 4. Montage: Die Station wird an ihrem Platz befestigt, die elektrischen Anschlüsse werden fertiggestellt.
  • 5. Inbetriebnahme: Es werden Funktionsprüfungen durchgeführt; die Station wird über Ethernet oder 4G an die Verwaltungssoftware angebunden, RFID-Karten und Nutzerdefinitionen werden eingespielt.
  • 6. Übergang in den Betrieb: Mit der Unterweisung des Personals, Hinweisschildern und einem Plan zur regelmäßigen Wartung geht die Station in Betrieb.

Der Zeitplan hängt davon ab, wie weit die Infrastruktur vorbereitet ist: Reichen Kapazität der Verteilung und Anschlussleistung aus, ist der Prozess kurz; steht Arbeit an der Leistungserhöhung oder am Transformator an, dauert es länger. Die Begehung klärt diese Unsicherheit gleich zu Beginn — deshalb ist der kritischste Schritt des Prozesses der erste.

Die Bemis BEVDC-Serie: von 40 kW bis 200 kW

Die DC-Schnellladefamilie von Bemis, die BEVDC-Serie, deckt mit Leistungsvarianten von 40, 80, 120, 160 und 200 kW alle Szenarien dieses Ratgebers ab. Die gesamte Serie verwendet den CCS2-Stecker, unterstützt die Protokolle OCPP 1.6J / 2.0.1, authentifiziert Nutzer per RFID-Karte und mobiler App und verbindet sich über Ethernet oder 4G mit dem Managementsystem. Der Eingang ist dreiphasig AC 380-480V, der Ausgang liegt im Bereich 150-1000V DC; dank Schutzart IP54 und einem Arbeitsbereich von -25°C bis +55°C eignet sie sich für Installationen im Freien.

Innerhalb der Serie gibt es einen abgestuften Weg: Die BEVDC 40 ist das kompakte Einstiegsmodell mit einem einzigen CCS2-Anschluss; die BEVDC 80 lädt mit zwei Anschlüssen zwei Autos gleichzeitig; die BEVDC 120 bietet die Wahl zwischen einem und zwei Anschlüssen; die BEVDC 160 versorgt in ihrer Ausführung mit zwei Anschlüssen zwei Autos mit dynamischer Leistungsteilung; die BEVDC 180 bietet dieselbe Ausführung mit zwei Anschlüssen bei höherer Leistung; und die BEVDC 200 ist das Flaggschiff der Serie. Die Ausführung mit 40 kW wird zudem mit Mastgehäuse angeboten — bevorzugt in Parkflächen und Feldanwendungen, in denen kein Platz für einen Schrank frei ist. Produktdetails finden Sie auf der Seite der DC-Ladeeinheiten auf unserer Website; für die Wahl der zu Ihrem Betrieb passenden Leistung und Ausführung erreichen Sie uns über unsere Kontaktseite — planen wir den Weg von der Begehung bis zur Inbetriebnahme gemeinsam.

Bestimmen wir gemeinsam die richtige DC-Leistung für Ihren Betrieb — sehen Sie sich die BEVDC-Serie an oder wenden Sie sich für eine Begehung an uns.

DC-Schnellladeeinheiten ansehen

Häufig gestellte Fragen

Ist eine DC-Ladestation in meinem Betrieb sinnvoll, und womit beginne ich die Entscheidung?

Beginnen Sie die Entscheidung bei der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer Ihrer Kundschaft. Bleiben Ihre Gäste 30-90 Minuten (Restaurant, Supermarkt, Einkaufszentrum), passt beim DC-Schnellladen eine sinnvolle Ladung in diese Zeit und verleiht Ihrem Betrieb Anziehungskraft; in einem Hotel, in dem über Nacht parkende Gäste überwiegen, ist eine Anlage mit AC-Schwerpunkt ausgewogener. Der zweite Schritt ist die Vorprüfung der Elektroinfrastruktur: Anschlussleistung, Transformator und Kapazität der Verteilung müssen die zusätzliche Last tragen. Der dritte Schritt ist das Betriebsmodell: kostenloser Service oder kostenpflichtiges Laden? Die Antworten auf diese drei Fragen klären weitgehend sowohl die Entscheidung über die Installation als auch die passende Leistungsklasse.

Reichen 40 kW DC für meinen Betrieb, und wann sind 80 kW und mehr nötig?

40 kW sind für Betriebe, deren Kundschaft 30-90 Minuten bleibt, ein kosteneffizienter Einstieg in die DC-Welt; in Restaurants, Supermärkten, Hotels und innerstädtischen Parkflächen passt in diese Zeit eine beachtliche Ladung. Die Bemis BEVDC 40 hat einen einzigen CCS2-Anschluss, lädt also jeweils ein Auto. Ist Ihr Durchlauf an Elektroautos hoch und müssen mehrere Autos gleichzeitig laden, versorgt die BEVDC 80 mit zwei Anschlüssen zwei Autos zeitgleich. Dauert der Aufenthalt weniger als 30 Minuten oder überwiegt die Erwartung, so schnell wie möglich weiterzufahren, sollten Sie sich die Klasse ab 120 kW ansehen. Die richtige Leistung ergibt sich aus dem Schnittpunkt von Aufenthaltsdauer und Durchlauf.

Was brauche ich in meiner Elektroinfrastruktur für eine DC-Ladestation?

DC-Schnellladestationen verlangen einen dreiphasigen Netzanschluss; in der Bemis BEVDC-Serie beträgt der Eingang AC 380-480V. Vor der Installation sind drei Dinge zu prüfen: ob die Anschluss- bzw. Vertragsleistung Ihres Betriebs zusätzlich zum bisherigen Verbrauch die Leistung der Station deckt; ob Transformator und Hauptverteilung genug Kapazität haben; sowie der für die Station vorgesehene geschützte Abgang in der Verteilung und die Kabelstrecke zwischen Verteilung und Station. Reicht die Leistung nicht, steht eine Erhöhung der Anschlussleistung an. Diese Bewertung und das Elektroprojekt müssen unbedingt von einer zugelassenen Elektrofachkraft ausgeführt werden; der Prozess beginnt mit einer Begehung, und der Infrastrukturbedarf wird als deren Ergebnis klar.

Sollte ich das Laden kostenlos anbieten oder kostenpflichtig betreiben?

Beide Modelle haben ihren Platz. Das kostenlose Modell macht das Laden zum Teil des Kundenerlebnisses; das Ziel ist nicht der unmittelbare Ertrag, sondern Anziehungskraft und Verweildauer, und der Service lässt sich per Autorisierung mit RFID-Karte oder mobiler App auf die eigene Kundschaft beschränken. Das kostenpflichtige Modell erzeugt Ertrag je Nutzung; dafür sind eine OCPP-fähige Station und eine Lademanagement-Software nötig. Mit ihrer Unterstützung für OCPP 1.6J / 2.0.1 verbindet sich die BEVDC-Serie mit solcher Software. Ein gemischtes Modell — für die eigene Kundschaft kostenlos, für Gäste von außerhalb kostenpflichtig — ist technisch ebenfalls möglich. Für die Lizenz- und Rechtsseite eines kostenpflichtigen öffentlichen Ladeangebots empfehlen wir, sich an die zuständigen Behörden und fachkundige Beraterinnen und Berater zu wenden.

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