Ladestation für Elektroautos installieren: Der komplette Leitfaden
Nach dem Umstieg auf ein Elektroauto ist die häufigste Frage, wo und wie Sie Ihr Fahrzeug laden. Die praktischste und günstigste Lösung ist das Laden zu Hause, in der Wohnanlage oder im Unternehmen an Ihrer eigenen Ladestation. Doch es ist nicht so einfach, eine AC-Wallbox nur an die Wand zu montieren und den Stecker einzustecken: Es braucht die richtige Planung, eine geeignete Elektroinstallation, die erforderlichen Genehmigungen und eine fachgerechte Installation. In diesem Leitfaden fassen wir Installationen für Zuhause, Wohnanlagen und Unternehmen an einem Ort zusammen und erklären verständlich jeden Schritt, den Sie für einen reibungslosen Ablauf von Anfang bis Ende kennen müssen.
Was sollte vor Installationsbeginn geplant werden?
Eine gute Installation beginnt am Schreibtisch, bevor überhaupt ein Kabel verlegt wird. Legen Sie zunächst fest, wo Sie Ihr Fahrzeug parken und an welcher Stelle die Ladestation montiert werden soll; die Entfernung zwischen diesem Punkt und dem Verteilerkasten beeinflusst die Länge und die Kosten des zu verlegenden Kabels unmittelbar. Ermitteln Sie anschließend die interne (On-Board-)Ladeleistung Ihres Fahrzeugs: Wie viele kW AC Ihr Fahrzeug maximal aufnimmt, bestimmt die Ladegeschwindigkeit – selbst wenn Sie ein leistungsstärkeres Gerät installieren.
In der Planungsphase müssen Sie folgende Kernpunkte entscheiden:
- Installationsort: eigene Garage, Tiefgarage der Wohnanlage oder Firmenparkplatz (jeder erfordert unterschiedliche Genehmigungen und Infrastruktur).
- Zielleistung: ein Wert, der zur Aufnahmeleistung des Fahrzeugs und zur elektrischen Kapazität des Hauses bzw. Betriebs passt (im Bereich 7,4–22 kW AC).
- Ein- oder Drehstrom: Bei einphasiger Installation liegt die typische Obergrenze bei 7,4 kW, bei Drehstrom sind 11–22 kW möglich.
- Kabelweg und Entfernung: Der Abstand zwischen Verteilerkasten und Gerät bestimmt den Kabelquerschnitt und die Arbeitskosten.
- Zukünftiger Bedarf: Wenn später ein zweites Fahrzeug oder ein zweiter Ladepunkt hinzukommen soll, ist es am wirtschaftlichsten, die Infrastruktur von Anfang an entsprechend auszulegen.
Welche Genehmigungen sind für die Installation einer Ladestation erforderlich?
Wenn Sie in einem Einfamilienhaus in Ihrer eigenen Garage installieren, ist in der Regel keine zusätzliche Genehmigung erforderlich; die Entscheidung liegt ganz bei Ihnen. Bei einer Installation in einem Gemeinschaftsbereich wie einer Tiefgarage einer Wohnanlage sieht die Sache anders aus: Da dies einen Umbau und eine zusätzliche Installation im Gemeinschaftseigentum bedeutet, müssen Sie zunächst mit der Verwaltung oder den Eigentümern sprechen und den erforderlichen Beschluss einholen. In der Türkei entwickelt sich die Gesetzgebung so, dass Anfragen zur Ladeinfrastruktur für Elektroautos erleichtert werden; um die aktuelle und verbindliche Lage zu klären, ist es dennoch am besten, sich mit Ihrer Verwaltung und einer Elektrofachkraft abzustimmen.
Der zweite wichtige Punkt betrifft die Verteilnetzseite. Bei einer einzelnen Hausinstallation mit geringer Leistung reicht der bestehende Anschluss meist aus. Bei Installationen mit hoher Leistung oder vielen Ladepunkten kann der Gesamtbedarf jedoch Ihre vorhandene Anschlussleistung übersteigen; in diesem Fall kann eine Leistungserhöhung oder eine Netzauskunft beim Verteilnetzbetreiber erforderlich sein. Diese Bewertung nimmt Ihre Elektrofachkraft vor und erläutert Ihnen bei Bedarf den mit dem Netzbetreiber abzuwickelnden Ablauf.
Grundregel: Ihre eigene Garage gehört Ihnen; die Entscheidung im Gemeinschaftsbereich liegt bei der Verwaltung, die Netzkapazität beim Verteilnetzbetreiber. Klären Sie die Genehmigungen vor der Installation.
Welche Elektroinstallation ist für eine Ladestation nötig?
Damit die Ladestation unabhängig vom Rest des Hauses arbeiten kann, sollte sie möglichst über einen eigenen, vom Verteilerkasten abgehenden Stromkreis versorgt werden. Dieser Stromkreis bildet mit einer eigenen Sicherung und Schutzeinrichtung einen separaten Abgang im Verteiler; so kommt es beim Laden nicht zu Überschneidungen mit den übrigen Verbrauchern des Hauses und die Sicherheit steigt. Die Kapazität der bestehenden Installation, also Hauptsicherung und vorhandene Verkabelung, muss im Verhältnis zur dauerhaften Last des Geräts bewertet werden.
Warum ist der Kabelquerschnitt wichtig?
Der Kabelquerschnitt ist der entscheidende Faktor dafür, welchen Strom ein Kabel sicher und ohne Erwärmung führen kann. Eine Ladestation zieht über lange Zeit hohen Dauerstrom; ein Kabel mit unzureichendem Querschnitt erwärmt sich unter dieser Last, verliert an Wirkungsgrad und stellt ein Sicherheitsrisiko dar. Der richtige Querschnitt richtet sich nach der Leistung des Geräts (dem Ampere-Wert), danach ob Ein- oder Drehstrom vorliegt, und nach der Entfernung zwischen Verteiler und Gerät. Mit zunehmender Entfernung ist meist ein dickeres Kabel nötig, um den Spannungsabfall auszugleichen. Diese Berechnung muss eine Elektrofachkraft mit exakten Werten durchführen; ein Kabel nach Schätzung auszuwählen ist kein guter Ansatz.
Ist ein Fehlerstromschutzschalter (RCD) Pflicht?
Ja. Im versorgenden Stromkreis der Ladestation muss ein geeigneter Fehlerstromschutzschalter (RCD) vorhanden sein. Der RCD unterbricht den Stromkreis bei einem Fehlerstrom oder Isolationsfehler sofort und schützt so vor der Gefahr eines Stromschlags. Da das Laden von Elektroautos eine dauerhafte Nutzung mit hohem Strom ist, ist dieser Schutz weit kritischer als bei einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose. Selbst wenn das Gerät eigene interne Sicherheitsfunktionen besitzt, ist der richtige Fehlerstrom- und Überstromschutz auf der Verteilerseite ein unverzichtbarer Bestandteil der Installation.
- Ein separater, dem Gerät zugeordneter Versorgungsstromkreis vom Verteiler.
- Ein nach Leistung und Entfernung korrekt berechneter Kabelquerschnitt.
- Ein geeigneter Fehlerstromschutz (RCD) und Überstromschutz (Sicherung).
- Bei Bedarf ein separater Zähler für das Gerät (besonders zur Verbrauchstrennung im Gemeinschaftsbereich).
- Eine solide und normgerechte Erdung.
Welche Ladestation soll ich wählen?
Bei den allermeisten Installationen zu Hause, in Wohnanlagen und in Unternehmen ist die AC-Wallbox der bevorzugte Gerätetyp. Dort, wo das Fahrzeug lange parkt (nachts zu Hause, tagsüber im Unternehmen), ist AC-Laden sowohl ausreichend als auch schonend für die Batterie. Bei der Leistung kommen in einphasigen Installationen typischerweise 7,4 kW, in dreiphasigen Installationen 11–22 kW zum Einsatz. Bewerten Sie bei der Geräteauswahl die Aufnahmeleistung Ihres Fahrzeugs und die Kapazität Ihrer Installation gemeinsam; ein Gerät mit mehr Leistung als nötig bringt keinen Vorteil, wenn Ihr Fahrzeug diese Leistung nicht aufnehmen kann.
Die wichtigsten Merkmale bei der Auswahl einer AC-Wallbox:
- Anschluss: Type 2, der Standard in der Türkei und in Europa (kompatibel mit allen modernen Elektroautos).
- Leistung und Phase: je nach Installation 7,4 kW (einphasig) oder 11–22 kW (dreiphasig).
- Schutzart: für den Außenbereich und Parkplätze IP65/IP66 (Staub- und Wasserbeständigkeit).
- OCPP-Kompatibilität: für Installationen, die Fernverwaltung, Überwachung und nutzungsbasierte Abrechnung erfordern.
- Unterstützung von Lastmanagement (DLM): um die Leistung ausgewogen zu verteilen, wenn mehrere Ladepunkte installiert werden.
Bemis fertigt seine AC-Wallbox-Modelle in heimischer Produktion in seinem Werk in Bursa. Das Produktsortiment umfasst Modelle im Bereich 7,4–22 kW AC mit Type-2-Anschluss, IP65/IP66-Schutz und OCPP-Kompatibilität sowie CCS2-Anschluss-DC-Schnellladelösungen für den Straßen- und Flotteneinsatz. Die Geräte tragen das CE-Zeichen. Welches Modell für welche Installation geeignet ist, können Sie gemeinsam mit einem Fachteam anhand der Leistung Ihres Fahrzeugs, Ihrer Installation und Ihres Nutzungsszenarios entscheiden.
Wie funktioniert Lastmanagement bei mehreren Ladepunkten?
Bei Installationen wie in Wohnanlagen, Unternehmen oder Flotten, in denen mehrere Fahrzeuge gleichzeitig laden können, reicht oft nicht das Gerät, sondern die elektrische Kapazität des Gebäudes nicht aus. Wenn alle Ladepunkte gleichzeitig volle Leistung ziehen, kann die Hauptsicherung auslösen oder das Netz überlastet werden. Das Lastmanagement (DLM – Dynamic Load Management) verteilt die verfügbare Leistung intelligent auf die Ladepunkte und sorgt dafür, dass der Gesamtverbrauch die sichere Grenze der Anlage nicht überschreitet. Ist nur ein Fahrzeug angeschlossen, erhält es mehr Leistung; kommen ein zweites und drittes Fahrzeug hinzu, verteilt das System die Leistung automatisch ausgewogen.
So kann ohne eine teure Erhöhung der Anschlussleistung oder einen neuen Trafo mit der vorhandenen Infrastruktur an mehr Ladepunkten geladen werden. OCPP-kompatible Geräte ermöglichen es, dieses Management über eine zentrale Software aus der Ferne durchzuführen und den Verbrauch jedes Nutzers einzeln abzurechnen. Wenn Sie genauer nachvollziehen möchten, wie Lastmanagement funktioniert, werfen Sie einen Blick in unseren Leitfaden speziell zu diesem Thema.
Erfahren Sie im Detail, wie statisches und dynamisches Lastmanagement funktionieren.
Lastmanagement ansehenWelche Installationsschritte gibt es?
Wenn Genehmigungen und Planung stehen, ist die physische Installation meist rasch erledigt. Eine typische Installation läuft in dieser Reihenfolge ab: Die Elektrofachkraft nimmt eine Begehung vor und legt den Montagepunkt fest; vom Verteiler wird ein separater Versorgungsstromkreis zum Gerät gezogen; Fehlerstrom- und Überstromschutz werden in den Verteiler eingebaut; das Gerät wird an der Wand oder auf einem Standfuß befestigt und verkabelt; die Erdung wird angeschlossen. Zum Schluss wird das Gerät in Betrieb genommen und geprüft und bei Bedarf in der OCPP-/Managementsoftware angelegt.
- 1. Vor-Ort-Prüfung: Der autorisierte Händler oder Elektriker ermittelt Verteilerkasten, Hauptsicherung, Phasenanschluss (einphasig/dreiphasig), Position des Geräts und Leitungslänge.
- 2. Genehmigung und Zählerplanung: Im Einfamilienhaus in der Regel nicht erforderlich; in Wohnanlagen sind die Zustimmung der Verwaltung sowie eine Entscheidung über eigenen oder gemeinsamen Zähler nötig.
- 3. Leitungsverlegung: eigene Leitung vom Hauptverteiler zum Gerät; 1×32 A einphasig für 7,4 kW, 3×16 A für 11 kW und 3×32 A dreiphasig für 22 kW; Kabelquerschnitt je nach Entfernung.
- 4. Fehlerstromschutz: Der Elektroinstallateur wählt einen Schutz, der den DC-Fehlerstromanteil erkennt (Typ-A-RCD zusammen mit 6-mA-DC-Erkennung im Gerät oder Typ-B-RCD).
- 5. Montage: Das Gerät wird an der Wand befestigt; ein IP65-Gehäuse benötigt im Außenbereich keinen zusätzlichen Schrank; beim Modell mit festem Kabel wird die Kabelhalterung, beim Modell mit Steckdose die Ausrichtung der Steckdose eingeplant.
- 6. Inbetriebnahme und Prüfung: Phasenfolge, Erdung und Fehlerstromprüfung; WLAN-/App-Kopplung und Anlernen der RFID-Karte; Testladung mit dem Fahrzeug und Überprüfung der Leistung.
| Installationsort | Zu beachten |
|---|---|
| Einfamilienhaus / Garage | Separater Stromkreis + RCD; meist keine zusätzliche Genehmigung nötig; bei Einphasenanschluss typisch 7,4 kW. |
| Wohnanlage / Tiefgarage | Beschluss der Eigentümer; Verbrauchstrennung vom Gemeinschaftsanschluss (separater Zähler / RFID); IP65-66; Lastmanagement bei mehreren Ladepunkten. |
| Unternehmen / gewerblicher Parkplatz | Abrechnung über OCPP; Lastmanagement; bei Bedarf Netzleistungserhöhung; Außenschutz. |
Wer sollte die Ladestation installieren und in Betrieb nehmen?
Die Installation einer Ladestation ist ein Eingriff in die Elektroinstallation und führt dauerhaft hohen Strom; deshalb muss sie unbedingt von einer Elektrofachkraft oder einem autorisierten Service durchgeführt werden. Eine unbefugte oder unsachgemäße Montage birgt die Gefahr von Brand, Stromschlag und Gerätedefekt und kann zudem den Garantieumfang beeinträchtigen. Eine fachgerechte Installation stellt sicher, dass jedes Detail – von der korrekten Berechnung des Kabelquerschnitts bis zur passenden Auswahl der Schutzeinrichtungen – normgerecht ausgeführt wird.
Nach abgeschlossener Installation wird das Gerät in Betrieb genommen und geprüft: Es wird kontrolliert, dass die Schutzeinrichtungen korrekt arbeiten, die Erdung solide ist und das Gerät mit der festgelegten Leistung reibungslos lädt. Bei einer OCPP-kompatiblen Installation wird das Gerät in der Managementsoftware angelegt und so für Fernüberwachung und Abrechnung vorbereitet. Dieser Inbetriebnahmeschritt ist das letzte Glied, das nicht übersprungen werden darf, da er vor dem ersten Ladevorgang bestätigt, dass alles sicher und korrekt funktioniert.
Ob Ihre Installation für Zuhause, eine Wohnanlage oder ein Unternehmen bestimmt ist – mit der richtigen Geräteauswahl und einer fachgerechten Installation laden Sie jahrelang störungsfrei. Sehen Sie sich in den folgenden Leitfäden den für Ihr Szenario passendsten an und werfen Sie einen Blick auf die OCPP-kompatiblen Modelle aus heimischer Bemis-Produktion.
Entdecken Sie die OCPP-kompatiblen Bemis-Lösungen für Zuhause, Wohnanlage und Unternehmen.
Ladestationen ansehenHäufig gestellte Fragen
Ist für die Installation einer Ladestation für Elektroautos eine Genehmigung erforderlich?
Das hängt vom Installationsort ab. Wenn Sie in der eigenen Garage eines Einfamilienhauses installieren, ist in der Regel keine zusätzliche Genehmigung nötig, die Entscheidung liegt bei Ihnen. Bei einer Installation in einem Gemeinschaftsbereich wie einer Tiefgarage müssen Sie zunächst einen Beschluss der Verwaltung oder der Eigentümer einholen, da eine zusätzliche Installation im Gemeinschaftseigentum vorgenommen wird. Zudem kann bei Installationen mit hoher Leistung oder vielen Ladepunkten der Gesamtbedarf den bestehenden Anschluss übersteigen, sodass eine Leistungserhöhung oder Netzauskunft beim Verteilnetzbetreiber erforderlich werden kann. Auch wenn sich die Gesetzgebung in der Türkei so entwickelt, dass die Ladeinfrastruktur erleichtert wird, ist es am besten, sich zur Klärung der aktuellen Lage mit Ihrer Verwaltung und einer Elektrofachkraft abzustimmen.
Ist ein separater Stromkreis für die Ladestation zwingend?
Ja, für eine fachgerechte Installation sollte die Ladestation möglichst über einen eigenen, vom Verteilerkasten abgehenden Stromkreis versorgt werden. Dieser Stromkreis bildet mit einer eigenen Sicherung und einem Fehlerstromschutz einen separaten Abgang im Verteiler; so kommt es beim Laden nicht zu Überschneidungen mit den übrigen Verbrauchern des Hauses und die Sicherheit steigt. Da die Ladestation über lange Zeit hohen Dauerstrom zieht, ist ein gewöhnlicher Steckdosenstromkreis nicht geeignet, diese Last sicher zu führen. Der Kabelquerschnitt des separaten Stromkreises muss von einer Elektrofachkraft anhand der Leistung des Geräts, der Ein- oder Dreiphasigkeit und der Entfernung zwischen Verteiler und Gerät korrekt berechnet werden. Das ist die Grundlage für ein sicheres und zugleich effizientes Ladeerlebnis.
Wie wird der Kabelquerschnitt für die Ladestation bestimmt?
Der Kabelquerschnitt legt fest, welchen Strom ein Kabel sicher und ohne Erwärmung führen kann, und ist einer der kritischsten technischen Faktoren der Ladeinstallation. Der richtige Querschnitt wird nach der Leistung des Geräts, also dem Ampere-Wert, nach der Ein- oder Dreiphasigkeit der Installation und nach der Entfernung zwischen Verteiler und Gerät berechnet. Mit zunehmender Entfernung ist meist ein dickeres Kabel nötig, um den Spannungsabfall auszugleichen. Ein Kabel mit unzureichendem Querschnitt erwärmt sich unter Dauerlast, führt zu Wirkungsgradverlusten und Sicherheitsrisiken. Deshalb sollte man das Kabel nicht nach Schätzung auswählen, sondern die genaue Berechnung einer Elektrofachkraft überlassen. Ein richtig dimensioniertes Kabel sorgt dafür, dass das Gerät mit voller Leistung und sicher arbeitet.
Welche Leistung und Schutzart eignet sich für eine Ladestation zu Hause?
Die Leistung wird nach dem Wert gewählt, den Ihr Fahrzeug aufnimmt, und nach der Kapazität Ihrer Installation. In einphasigen Installationen liegt die typische Obergrenze bei 7,4 kW, während ein dreiphasiger Anschluss ein schnelleres Laden mit 11–22 kW ermöglicht. Ein Gerät mit mehr Leistung als nötig bringt keinen zusätzlichen Vorteil, wenn Ihr Fahrzeug diese Leistung nicht aufnehmen kann. Bei der Schutzart sollten für Außenbereiche wie offene oder halboffene Parkplätze Geräte der Klasse IP65 oder IP66 gewählt werden; diese Klasse schützt das Gerät gegen Staub und Wasser. Die IP65/IP66-geschützten Bemis-Modelle mit Type-2-Anschluss im Bereich 7,4–22 kW sind für solche Einsätze konzipiert. Die richtige Wahl von Leistung und Schutz ist wichtig für eine lange Lebensdauer.
Warum ist beim Aufbau mehrerer Ladepunkte ein Lastmanagement erforderlich?
Bei Installationen wie in Wohnanlagen, Unternehmen oder Flotten, in denen mehrere Fahrzeuge gleichzeitig laden können, kann die elektrische Kapazität des Gebäudes überschritten werden, wenn alle Ladepunkte volle Leistung ziehen, und die Hauptsicherung auslösen. Das Lastmanagement (DLM) verteilt die verfügbare Leistung intelligent auf die Ladepunkte und sorgt dafür, dass der Gesamtverbrauch unter der sicheren Grenze bleibt. Ist nur ein Fahrzeug angeschlossen, erhält es mehr Leistung; kommen weitere Fahrzeuge hinzu, verteilt das System die Leistung automatisch ausgewogen. So kann ohne eine teure Anschlusserhöhung oder einen neuen Trafo mit der vorhandenen Infrastruktur an mehr Ladepunkten geladen werden. OCPP-kompatible Geräte ermöglichen es, dieses Management aus der Ferne durchzuführen und den Verbrauch jedes Nutzers einzeln abzurechnen.
Wer sollte die Ladestation installieren und in Betrieb nehmen?
Die Installation einer Ladestation ist ein Eingriff in die Elektroinstallation und führt dauerhaft hohen Strom; deshalb muss sie unbedingt von einer Elektrofachkraft oder einem autorisierten Service durchgeführt werden. Eine unbefugte Montage birgt die Gefahr von Brand, Stromschlag und Gerätedefekt und kann den Garantieumfang beeinträchtigen. Eine fachgerechte Installation stellt sicher, dass jedes Detail – von der korrekten Berechnung des Kabelquerschnitts bis zur Auswahl der Schutzeinrichtungen – normgerecht ausgeführt wird. Nach abgeschlossener Installation wird das Gerät in Betrieb genommen und geprüft: Es wird kontrolliert, dass die Schutzeinrichtungen arbeiten, die Erdung solide ist und das Gerät mit der festgelegten Leistung reibungslos lädt. Bei einer OCPP-kompatiblen Installation wird das Gerät zudem in der Managementsoftware angelegt und für die Fernüberwachung vorbereitet.

